In Samoa feiern sie schon das Neue Jahr, aber noch haben wir in Europa Silvester. Normalerweise würde ich mir heute schon überlegen, welche Ziele ich mir zum Jahresanfang setze. Aber dieses Jahr möchte ich nun nicht zu Ende gehen lassen, ohne ein bisschen Ordnung in das Bunte zu bringen, was ich 2012 erlebt habe. Ich will einen Jahresabschluss durchzuführen, bevor ich meine Energie in neue Ziele und Vorhaben lege. Wozu eine Bilanz? Mein Grund ist, dass ich manchmal das Gefühl habe, die Zeit und das, was ich so tue, rinnen mir einfach durch die Hände. Es ist nicht immer fassbar, welche Entwicklungen es gegeben hat. Ich möchte mir die Dinge bewusst machen, die gut für mich waren, die Spaß gemacht haben und wovon ich noch mehr haben möchte. Mein Jahresrückblick soll mir deutlich machen, was wichtig für mich ist und mir positive Energie gibt. Und ich möchte erkennen, welche Situationen ich klären oder verbessern könnte. Mit diesem Hintergrund lasse ich das vergangene Jahr Revue passieren, notiere mir vielleicht die Details und bringe das Jahr zum Abschluss - und dann heißt es loslassen. Verschiedene Methoden eignen sich für eine Rückschau.
Plus-Minus-Aufstellung
Wie der Name sagt, kommt es hierbei darauf an, Positives und Negatives aufzulisten. Zum Beispiel in einer Tabelle. Du schreibst auf ein DIN A4-Blatt als Titel "2012", dann ziehst du zwei Spalten, in die erste Spalte kommt das Plus-Symbol, in die zweite das Minus-Symbol. Oder Daumen-hoch und Daumen-runter, oder du schreibst dir einen Satz wie "was 2012 gut war" oder "was mich 2012 weitergebracht hat..." und eben auch "was schlecht war für mich" oder "was mich aufgehalten und genervt hat"... (Natürlich geht das auch am PC mit einer Office-Software). Ich habe das schon mal versucht, war allerdings nicht sehr zufrieden mit der sturen Schwarz-Weiß-Sicht. Es gibt auch im Schlechten, das uns passiert, etwas Gutes. Das ist meine persönliche Einstellung. Irgendetwas lerne ich immer durch das, was ich erlebe. Daher kann ich nicht einfach werten Positiv oder Negativ. Daher brauche ich für meinen Jahresrückblick ein anderes Schema.
Leben in Balance
Es wäre auch möglich, sich in der Bilanz nur auf ganz bestimmte Aspekte zu konzentrieren, z.B. deine Gesundheit und Fitness oder deine persönliche Energie-Balance. Wie gut waren Yin und Yang 2012 ausgeglichen? Wenn ich Yin als meine ruhigen Phasen bezeichne und Aktivitäten, die mir Erholung und Regeneration bieten, dann wären im Yang all jene Phasen im Jahr, wo ich viel Energie in Projekte gesteckt habe und vielleicht Stress hatte. Bei diesen Bilanzen geht es darum, zu erkennen, was in dein Schatzkästchen kommt und dich auch in der Erinnerung weiterhin positiv stimmt und sich weiterhin positiv auswirk. Auf der anderen Seite stehen in dieser Bilanz jene Phasen, die dich aufgerieben haben und die dir sogar im Nachhinein noch Kummerfalten bescheren. Meine Devise ist: Es gibt auch positiven Stress, mit dem so manches Projekt gewuppt werden kann. Aber wenn es im Rückblick negative Energie verursacht, hat es noch eine Bedeutung für mich. Dann will ich genauer wissen, was dahinter steckt und wie ich damit umgehen kann. Das wären dann Dinge, die ich mir schön markieren und mit einem Fragezeichen versehen würde. Vielleicht als Aufgaben für das kommende Jahr.
Deine Bilder des Jahres
Ein anderer Weg der Erinnerung und Rückschau geht über die Bilder. Facebook macht es vor: Es bietet einen persönlichen Jahresrückblick über deine Aktivitäten an, die du im sozialen Netzwerk gepostet hast. Aber diese Zusammenstellung ist rechnerisch automatisch umgesetzt. Mir genügt das nicht.Viel spannender fänd ich, einmal selbst in meinem Gedächtnis zu kramen, welche Bilder wach werden, wenn ich an die vergangenen Monate zurückdenke. Was waren meine persönlichen Highlights ganz spontan? Auch Fernsehen kann eine Inspiration für die persönliche Bilanz sein. Früher habe ich regelmäßig am Neujahrstag diese ZDF-Sendung "Album - Bilder eines Jahres" angesehen. So ähnlich könnte man auch die persönlichen Erinnerungen strukturieren: welche Bilder fallen mir zu Januar oder Februar ein, welche Gefühle verbinde ich damit. Und wenn mir dann doch partout nichts einfallen sollte, könnte ich immer noch in meinen Bilderordnern nachschauen, was ich im Januar fotografiert habe ... oder in Facebook gepostet habe. Auf jeden Fall werde ich erst das alte Jahr würdigen und abschließen - dafür hab ich noch gute elfeinhalb Stunden Zeit. Dann kann ich anstoßen und mit frischer Energie ins Jahr 2013 rutschen. Wünsche euch schon mal ein buntes neues Jahr. Eure Livia
Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an. Ich bin ziemlich überrascht, dass das Blog 2012 über 1000 Besuche hatte, obwohl ich nur einen einzigen neuen Artikel gepostet habe. Freue mich darüber und danke allen Leserinnen und Lesern. Frohes Neues! Hier ist ein Auszug:
Der neue Boeing 787 Dreamliner kann ungefähr 250 Passagiere befördern. Dieser Blog wurde 2012 über 1.000 mal besucht. Wäre es ein Dreamliner, würde es um die 4 Flüge brauchen, um so viele Personen zu befördern.
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Im Rahmen der Texttreff-Blogwichtelaktion hat die Texterin und Lektorin Julia Dombrowski mich mit einem 'glossigen' Gastbeitrag zu einem PR-Thema bewichtelt. Herzlichen Dank, Julia, und viel Spaß allen Leserinnen und Lesern!
Die Sache mit dem Claim
Claimentwicklung – das ist nichts für Angsthasen in der Werbeindustrie. Das ist eine Aufgabe, die es in sich hat, die Königsklasse der Wortjongleure. Wenn ich mit Menschen spreche, die keine Berührungspunkte mit der Werbebranche haben, und mir dabei der Begriff „Claim“ aus dem Mund rutscht, kichern die ganz oft: „Das ist ja ein alberner Ausdruck – den kenne ich nur aus Goldgräberromanen!“ (Wer liest heute eigentlich noch Goldgräberromane?) Die Analogie zur Goldgräberei ist aber gar nicht abwegig: Denn mit einem Claim steckt ein Unternehmen – oder eine Marke – sozusagen das Gebiet ab, in dem künftig nach Kunden und Marktchancen geschürft werden soll. „Das ist unsere Nische, hier gräbt niemand anderes als wir!“ Ein Claim ist, ganz vereinfacht gesagt, so etwas wie ein Slogan, aber langlebiger. Mit dem Claim sagt ein Unternehmen, eine Institution oder eine Marke: „DAS sind wir, SO sind wir, so sollst DU uns verstehen.“ Er dient also einem bestimmten Ziel, richtet sich dabei an eine definierte Zielgruppe und wirkt im Optimalfall identitätsbildend.
Ganz schön viele Aufgaben für ein prägnantes, knappes Sätzchen. Das macht es so tricky, eines zu erfinden.
Ich habe ein merkwürdiges Talent dafür, dort zu leben, wo das Stadt- oder Regionalmarketing meine jeweilige Lebensabschnittsheimat mit irgendwie unguten Claims schmückt.
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Im Rahmen der Texttreff-Blogwichtelaktion habe ich heute meinen Gastbeitrag auf dem Traduteca-Übersetzer-Blog von Stefanie Guim Marcé hinterlassen:
Der einzigartige Babelfisch
Dem Babelfisch – “probably the oddest thing in the universe” – begegnete ich erstmals in Douglas Adams’ Per Anhalter durch die Galaxis. Dieses vielleicht eigenartigste Ding im Universum fand ich wunderbar. Es übersetzt sofort, was jemand sagt, ob Alien oder nicht, egal welche Sprache. Falls es ihn gäbe, könnte er für das Ende der Babylonischen Sprachverwirrung sorgen.
Aber er ist noch unentdeckt, der Babelfisch! Und es gibt zum Glück noch Übersetzer.
Dabei versucht die Technik alles...
Den vollständigen Artikel können Sie unter dieser Adresse lesen und kommentieren: http://traduteca.wordpress.com/2012/12/14/der-einzigartige-babelfisch/
© Text und Bild: Livia Grupp
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Gastbeiträge vom Netzwerk: Die Blogwichtelaktion
Seit Anfang Dezember und noch bis 24. Dezember 2012 läuft im Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen, die Blogwichtelaktion. Dabei schreiben sich die Teilnehmerinnen gegenseitig Gastbeiträge für ihre Blogs. Ich nehme dieses Jahr zum ersten Mal teil*. Das Ganze funktioniert wie beim adventlichen Wichteln: Die Teilnehmerinnen und Blogs werden ausgelost, dann einigen sich Blogbetreiberin und Schreiberin auf Thema, Tonalität und Länge des Beitrags und natürlich das Veröffentlichungsdatum. Und schon gibt es viele neue Blogbeiträge aus dem Netzwerk.
Viele Vorteile für Blogbetreiberinnen, Texterinnen und ihr Netzwerk:
- Neue Blickwinkel: Das eigene Blogthema wird durch die Gastbeiträge mal in einem anderen Blickwinkel und Zusammenhang betrachtet.
- Know-How: Gäste können außerdem ein Spezialwissen einbringen, das die Themen der Blogbetreiberin ergänzt.
- Eine Prise Salz: Die Gastautorinnen bringen natürlich ihren persönlichen Schreib-Stil mit, was immer eine Bereicherung und "Würze" für den eigenen Blog darstellt.
- Kennenlernen: Die zeitlich begrenzte Aktion ist eine praktische Gelegenheit, um mit Netzwerk-Teilnehmerinnen direkt in Kontakt zu treten.
- Öffentlichkeit: Die Blogwichtelaktion wird im Netzwerk verlinkt und kann darüber hinaus über die Blogs und weitere soziale Medien veröffentlicht werden. Die Leser der verschiedenen Blogs lernen auf diese Weise auch andere Blogs kennen, die für sie interessant sein können. Und Blogbetreiberinnen sprechen damit vielleicht neue Leser an. Nicht zuletzt erhält auch das Netzwerk durch die verschiedenen Links immer wieder neu Aufmerksamkeit.
Was für eine Bandbreite an Themen die vielfältigen Gastbeiträge abdecken, zeigen bereits die ersten Blogwichtel-Beiträge der diesjährigen Aktion. Ich empfehle Interessenten, bis 24. Dezember öfter mal den Texttreff-Blog aufzusuchen, um dort die Links zu den neuesten Beiträgen zu finden.
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*Meinen ersten Beitrag, ein Brief an meine Romanhelden, schrieb ich am Nikolaustag für das Bodenlosz-Archiv. In meinem zweiten Beitrag mache ich mir im Traduteca-Übersetzer-Blog Gedanken über den Babelfisch.
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