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{jcomments on}Blogartikel rund um Text, Schreiben, Inspiration, Kreativität, Bücher,

4-Hour-body-mp-webFitter - gesünder - attraktiver - Mit minimalem Aufwand ein Maximum erreichen. So hätten wir es gerne,  und darüber geht es in dem Buch des Erfinders der 4-Stunden-Woche (auch so ein Bestseller). Und nun weiß ich nicht recht, was ich von dem Buch halten soll. Tim Ferriss hat in dem 4-Stunden-Körper 2010 aufwändig neueste Erkenntnisse rund um den Körper gesammelt, damit wir, die Leser, uns das eigene Recherchieren sparen können. Der schillernde Autor hat sich mit Studien auseinandergesetzt und direkt mit Wissenschaftlern, Sportmedizinern und professionellen Trainern gesprochen. Und weil er so experimentierfreudig ist, hat er selbst Versuchskaninchen gespielt. Die Ergebnisse schildert er in dem Buch. Der 4-Stunden-Titel suggeriert, dass es wirklich um 4 Stunden ginge. Gemeint ist aber, dass es einige wenige Methoden gibt, die besonders gut wirken.  Und dass es leichter sei, sich mit diesen wenigen Methoden und Übungen fit und schlank zu halten, statt mit einem zeitraubenden Rund-um-Paket, wie z.B. vielen verschiedenen Übungen und ihre vielen Wiederholungen an mehreren Tagen die Woche oder im Falle einer Ernährungsumstellung viele verschiedene Rezepte, aufwändiges Einkaufen, Kochen, Kalorienzählen.

Breites Sortiment für den Body

Teilweise ist Ferris sehr detailliert. So schildert er genau, welche Möglichkeiten es gibt, um Werte wie Gewicht, Fettanteil, Muskelanteil, Wasseranteil, Oberarmumfang oder Bauchumfang usw. zu messen. Es gibt Kapitel übers Gewichtreduzieren, klar. Aber auch über Nahrungsergänzung, das Kettlebell-Training und Bankdrücken, Anleitungen zu einem besseren Laufstil und eine effizientere Schwimmtechnik und auch für einen besseren Schlaf. Sogar der Sex wird nicht vergessen. Diese Querbeet-Mischung habe ich nicht von Anfang bis zum Ende gelesen. Vieles habe ich überflogen, in vieles habe ich mich vertieft. Denn spannend geschrieben ist es. Ferriss schafft es, anschaulich biologische Hintergründe und funktionale Gegebenheiten zu skizzieren. Dies immer im Hinblick darauf, wie sich dieses Wissen praktisch für Training und Ernährung einsetzen lässt. Es gibt ausführliche Anleitungen mit Fotos und Zeichnungen, auch Rezepte. Und am Ende jedes Kapitels gibt es Links zu bestimmten Inhalten und Studien im Internet. Ich habe versucht, einige wenige Links zu finden, aber leider stimmten genau diese Adressen nicht oder nicht mehr (die englische Originalversion ist ein paar Jährchen alt, vielleicht sind auch einige Links irrtümlich übersetzt worden? Ich habe mir das Buch per Onleihe ausgeliehen). Es gibt auch Hersteller-Links z.B. für die im Buch genannten Nahrungsergänzungsmittel, die Kettlebell, Barfuß-Schuhe u.a. ... Empfehlung des Autors, seine persönlichen Favoriten, und Werbung.

Nicht alles nachmachen

Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass Tim Ferriss Spaß an seinen Recherchen hatte und seinem Körper einfach alles zumutet - aus reiner Experimentierfreude - und auch, um den Körper in gewisserweise auszutricksen. Die Leser müssen nicht alles nachmachen. Die Diät habe ich allerdings ausprobiert. Mit wenig Aufwand die paar überflüssigen Kilos loswerden, will ich nämlich schon lange. Bei der von Tim Ferriss empfohlenen Slow Carb Diät soll sich der Stoffwechsel auf Fettverbrennung umstellen. Es klingt beim Lesen alles sehr einleuchtend, und Ferriss berichtet von verblüffenden Erfolgen (anhand von Vorher-Nachher-Fotos). Aber ich habe die Diät nur knapp 10 Tage durchgehalten. Ich hatte damit einfach keine Freude am Essen, und ich bin ein Genussmensch. Als Vegetarierin kann ich hier nur wenig variieren (immer nur Ei?). Also habe ich mir das Experiment nicht länger als nötig zugemutet. Auch das gehört zu einem vernünftigen Umgang mit dem eigenen Körper. Vielleicht versuche ich es mit einer anderen Methode oder mit Sport. Kraftraining und Laufen passen nicht unbedingt zu mir, aber ich habe mir jetzt ein Minitrampolin bestellt. Das kommt in dem Buch zwar nicht vor, aber ich meine, ohne Spaß an der Sache kann man es gleich vergessen.

 Methoden

  • Slow Carb Diät: Man vermeide an 6 Tagen der Woche die 'weißen' Kohlenhydrate und Milchprodukte (Kartoffeln, Reis, Brot, Zucker). Stattdessen gibt es mehr Eiweiß (Fleisch, Eier, körniger Hüttenkäse) sowie Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen) und natürlich Gemüse zu essen. Obst wird gemieden. An einem Tag in der Woche ist dagegen alles erlaubt, der sogenannte "Fress-Tag".
  • Zielgewicht anpeilen - mentale Einstellung: Ziel ist ein langsames stetiges Annähern an das Zielgewicht. Das Ausgangsgewicht wird am Anfang einer Tabelle vermerkt, das Endgewicht am Ende der Tabelle. Dazwischen liegt der Zeitraum, in welchem das Gewicht abgebaut werden soll. Das Gewicht wird zu festgelegten Zeiten gemessen und in die Tabelle eingetragen. Am besten auch graphisch aufbereiten.

Zitat

The 4-Hour Body is the result of an obsessive quest, spanning more than a decade, to hack the human body.
(Zitat aus der Webseite http://fourhourbody.com. Meine Übersetzung: Der 4-Stunden-Körper ist das Resultat einer über eine Dekade andauernden obsessiven Suche, den menschlichen Körper zu hacken (bzw. an seine Grenzen zu bringen).

Links

  • fourhourbody.com: Die Webseite von Tim Ferriss zum Buch
  • 4-Stunden-Körper-Blog  von Malte Tückmantel mit Tipps und Rezepten für die Slow Carb Diät. Malte experimentiert anhand der Vorlage und beschreibt seine Erfahrungen.
  • Die-4-Stunden-Körper-Toolbox von Joachim Simon bietet Tipps, Tricks und Kritik zu den Experimenten sowie wichtige Ergänzungen zum Buch, z.B. damit sich Anfänger beim Training mit Gewichten nicht verletzen.
 

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Listen sind ganz praktische Schreibimpulse, weil du stichwortartig Begriffe notieren kannst, die dir zum Thema einfallen. Es besteht kein hoher Anspruch. Listen dürfen unvollständig sein, sie können lustig, poetisch und tiefsinnig werden - müssen aber nicht.

 

Ein Beispiel ist die Watchlist für die Augen, die ich vor einiger Zeit selbst ausprobiert habe. Dabei gibt es zwei Herangehensweisen.

  • Du kannst zunächst die eine Liste erstellen "Was deinen Augen gut tut", danach die andere "Was deinen Augen nicht gut tut". Das hat den Vorteil, dass du dich auf das jeweilige Listenthema konzentrierst. Danach kannst du beide Listen in einer Tabelle zusammenführen, und du darfst die Zeilen auch neu sortieren.
  • Du kannst auch sofort eine Tabelle erstellen und dann von vornherein zeilenweise passende Begriffe finden.

Ich favorisiere die erste Methode, weil es zu überraschenderen, nicht unbedingt gewollten Ergebnissen führen kann. Zu interessanten Lesarten. Es kann helfen, sich ein Zeitlimit zu setzen oder die Anzahl der Begriffe zu begrenzen, z.B. die Top 10 oder Top 5.

Hier meine Liste mit Dingen, die ich gerne sehe und Dingen, die ich nicht gerne sehe - bzw. was meinen Augen gut tut, und was ihnen nicht so gut tut. In einer Tabelle nebeneinander gestellt.

Beispiel

Was meinen Augen gut tut:

 Was meinen Augen nicht gut tut:

 Aussicht.  Wände und Mauern.
 Ein blauer Himmel mit weißen Schäfchenwolken.  Beton-Asphalt-Stahl-Grau
 Deine Schönheit. Spitze Ecken und Kanten, die sich an Gebäuden, Möbeln und Kunstobjekten speerartig gegen mich richten.
Kinderbilder von Haus und Garten mit Mama, Papa, Kind und Hund. Zuviel Werbung.
Tiere schauen, Natur, Wildlife, Meeresdoku ... Thriller und Horrorfilme
Dein lächelndes Gesicht, und überhaupt befreundete Gesichter. Augen, die sich entziehen, Gesichter, die sich abwenden.
Kunst, Handgemaltes oder Gezeichnetes Dicke skandalisierte Boulevardzeitungslettern
Freie Sicht auf Landschaft, echtes „Fern“-Sehen Falsches Fernsehen auf der Mattscheibe


Meinen Begriff Watchlist habe ich für diesen Artikel in Google aufgeschlagen und finde neben vielen Treffern im Finanzbereich ("Watchlist für Geldanlagen") - auch einen Eintrag in Wikipedia:

Eine Watch List (deutsch „Beobachtungsliste") ist eine Liste von Begriffen, Gegenständen oder Personen, die für den Ersteller der jeweiligen Liste von Bedeutung sind. (Wikipedia-Artikel)

In dem Beitrag steht auch, dass es eine Watch List zur Einreise in die USA gibt, darin werden unerwünschte Personen geführt, denen die Einreise aus verschiedenen Gründen verwehrt wird.

In Englisch to watch steckt eben noch mehr als ansehen und zuschauen, nämlich auch beobachten, Wache halten, aufpassen, vorsichtig sein. Da ich bei meinen eigenen Listen mit einer "Playlist" für die Ohren anfing, schien die "Watchlist" nur folgerichtig. Mich stören die weiteren Bedeutungen von to watch nicht. Alternativen? Augenliste? Seh-Liste? 

Übrigens, wo wir gerade dabei sind: Probiert gerne auch mal die "Playlist" und "Touchlist" aus.

Buchcover: Warum haben Eltern keinen BeipackzettelHuch, Beipackzettel? Sind Eltern etwa Arzneimittel mit Risiken und Nebenwirkungen? Wer den Titel des Buchs von Sabine und Roland Bösel liest, denkt vielleicht an einen Erziehungsratgeber. Doch die neun gehaltvollen Beipackzettel, die die beiden Paartherapeuten gemeinsam mit Daniela Pucher geschrieben haben, richten sich an erwachsene Paare. Es geht um unterschiedlichste Beziehungsprobleme. Vom Anschweigen und Zurückziehen über die möglicherweise falsche Berufs- und Partnerwahl bis zum Kommandieren, Beschuldigen und Fremdgehen und weitere.
Allen Fällen gemeinsam ist die Annahme, dass sich das emotionale Erbe unseres Elternhauses in den Konflikten zeigt. Dass die Paare oft über etwas streiten, was seinen Ursprung außerhalb der Beziehung hat. Sie können es nur lösen, indem sie sich  ihre Verhaltensweisen bewusst machen. Und sich der Vergangenheit, ihrer Kindheit, ihrer Vorfahren stellen. Die Autoren schildern viele Fallbeispiele aus ihrer Beratungspraxis - und scheuen sich auch nicht, von ihren eigenen Paarkonflikten zu berichten.

90-10-Regel für Konflikte

Schon im ersten Kapitel laden die Autoren ihre Leserschaft ein, vom Begriff der "Schuld" wegzukommen. Nach ihrer 90-10-Regel sagt jede frustrierende Situation mehr über uns selbst aus als über unsere Beziehung. 90 Prozent des Konflikts basierten auf unseren eigenen Erfahrungen, unserer Geschichte, 10 Prozent hätten mit dem aktuellen Anlass zu tun. Partner und Partnerin sind nach diesem Modell nur Auslöser. Sie bringen uns nach Meinung der Autoren dazu, unsere alten Erfahrungen mit einer aktuellen Situation zu verknüpfen - und lösen damit ein reaktives Muster aus.
Die Therapeuten machen deutlich: Werden die Ursprünge der Probleme nicht geklärt, dann hilft es nicht, einfach in der Situation zu verharren oder es mit immer wieder neuen Partnern zu versuchen.

Eltern als Beziehungsvorbilder

Eltern dienen als Beziehungsvorbild , auch wenn uns das nicht bewusst ist. Schon die Partnerwahl hängt eng mit unseren Erfahrungen zusammen. Im Buch zeigen viele Beispiele, wie es zu unerwünschten Nebenwirkungen durch das emotionale Erbe kommen kann. Da wird kopiert, was schon bei Vater oder Mutter beobachtet wurde, oder es wird - beim ewigen Rebell - ganz das Gegenteil gelebt, um es nur ja ganz anders als die Eltern zu machen.
In den Fällen, die die Autoren genauer betrachten werden, geht es um
  • verdeckte Aufträge an Kinder - wie z.B. für das Glück der Eltern verantwortlich zu sein
  • Schuldgefühle und Schuldzuweisungen
  • unbewusste Beschlüsse von Kindern - wie z.B. sich niemals so runtermachen zu lassen wie der Papa
  • Geheimnisse und Familiengeheimnisse
  • Rebellion
  • Vergebung

Warnhinweise

Jedes Kapitel startet mit einer Gebrauchsinformation und Warnhinweisen. Das hat mir gut gefallen, weil es einen Bezug zum Titel des Buches herstellt und gut auf das jeweilige Thema einstimmt. Die Inhalte sollen natürlich den Geist der Veränderung wecken. Und Menschen, die sich auf die Lösungsansätze einlassen, sollen Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen.
Der Ratgeber nimmt immer wieder Bezug auf die Paar- und Generationenseminare, die die beiden Wiener Therapeuten anbieten. Aber es muss ja nicht jeder eine Therapie machen. Das Buch bietet schon mit den Fallbeispielen wichtige Denkanregungen. Die Autoren stellen den Leserinnen und Lesern Fragen und bieten damit viele Impulse, um den Ursachen für wiederkehrende Konflikte auf den Grund zu gehen.

Methoden

  •  Theaterblick: Man stelle sich dabei vor, wie das eigene Leben und die eigene Beziehung auf einer Theaterbühne aufgeführt würden. Das Zuschauen soll erstens Distanz zum eigenen Problem erzeugen. Zweitens soll der Blickwinkel geweitet werden, indem auch die anderen Akteure, ihre Handlungen und Situationen betrachtet werden. Die neutrale Perspektive hilft dabei, das was tatsächlich passiert ist, von den eigenen Emotionen zu trennen.
  • Liebe und Geduld: Es dauert seine Zeit, Reaktionsmuster zu verändern. Deshalb ist Selbstgeißelung fehl am Platz - auch wenn man wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällt. Selbsterkenntnis, Selbstliebe und eine gute Portion Humor helfen.
  • Imago-Paartherapie: Dabei geht es darum, mit dem Partner auf neue Weise zu kommunizieren, sich einzufühlen in seine/ihre Geschichte und Verhaltensweisen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Das Buch erklärt diesen Ansatz nicht ausführlich, nimmt aber Bezug darauf, weil die beiden Therapeuten damit arbeiten. (Genaueres dazu steht in einem anderen Buch der Bösels).

Zitat

Innere Reife entwickeln wir zum einen durch Loslassen. Zum anderen gilt es zu würdigen, dass unsere Vorfahren nur so und nicht anders handeln konnten. Und schließlich ist es auch wichtig, dankbar zu sein, für das, was wir bekommen haben und lernen konnten.

Sabine Bösel, Roland Bösel: Warum haben Eltern keinen Beipackzettel? Über Risiken und Nebenwirkungen des emotionalen Erbes fragen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner 2013 Orac/192 Seiten Verwendung des Coverbilds mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Kremayr & Scheriau/Orac

Gerade entdeckt und gleich zur Teilnahme angemeldet: "The Future Of Storytelling" ist ein kostenloser Onlinekurs den die Fachhochschule Potsdam auf iversity veranstaltet. 

Der interdisziplinäre Kurs läuft über acht Wochen, vom 25. Oktober bis 20. Dezember 2013. Dabei geht es um Fragen wie:

  • Wie funktionieren Erzählungen, Geschichten? Welche Strukturen und Mechanismen werden eingesetzt?
  • Wie beeinflussen neue Technologien die Art und Weise des Erzählens und auch der Wahrnehmung von Geschichten - und welche neuen Formate sind dazu in den letzten Jahren entwickelt worden?
  • Wie können Technologien, Schnittstellen, Visualisierungen das Publikum schnell gewinnen und kontinuierlich binden?
  • Wie entwickele ich selbst meine eigenen Story-Ideen und setze sie um, alleine oder in Teams?

Wichtig zu wissen: Die Kurssprache ist Englisch.

Hier der Link zur Kursbeschreibung und zum Einschreiben: https://iversity.org/c/6?r=030b0


Viele Grüße
Livia Grupp

PR-Doktor Kerstin Hoffmann lädt zur Blogparade rund um das Thema "Schreibblockade - Tipps, Strategien, Erfahrungen" ein. Da muss ich nicht lange überlegen. Ich lege einfach los - und habe auf einmal keine Schreibblockade mehr.

Bei Schreibblockaden denken viele, dass sich rein gar nichts tut. Dass man wirklich gar nichts mehr schreiben kann. Dem ist nicht so. Jede/r Schreibende sollte zunächst klären, worin die eigene Schreibblockade eigentlich besteht.

Die Art der Schreibblockade erkennen

Geht es darum, endlich anzufangen?

Bei mir ist es so: Der Tag ist lang, und ich kann viele Kommentare und E-Mails schreiben. Nur: Das, was mir am Herzen liegt, verschiebe ich oft. Ich weiß, wenn ich erst mal drin bin im Schreiben, lässt es mich nicht so schnell los. Ich muss sicher sein, dass ich die Zeit und Ruhe habe, um mich ganz auf den Schreibprozess einzulassen. Bis es soweit ist, schiebe ich dieses Schreiben vor mir her. Und verschiebe und verschiebe... Irgendwann sind alle Termine, mögliche Telefonanrufe, wichtige Mails abgehakt, dann teile ich es meinem Partner mit, richte mich bequem an meinem PC ein - und die Schreibzeit kann beginnen. Meine Tipps für diese Phase:

  • Du darfst für optimale Bedingungen sorgen.
  • Hilft es Dir auf besonderem Papier ein Konzept zu malen, oder kannst du auf Schmierpapier kreativer sein?
  • Du allein weißt, was du brauchst. Vielleicht einen freien, aufgeräumten Schreibtisch. Vielleicht auch eine große Kanne Tee.
  • Plane die Schreibzeit: Vielleicht einen Zeitraum von zwei Stunden ohne Störungen durch Kollegen, Partner, Telefonanrufe. Oder auch ein freies Schreiben auf Zeit: den Timer auf 15 Minuten stellen und loslegen.
  • Schreibe keinen Text, sondern Listen. Erstelle z.B. ein Mindmap, Cluster, eine Gliederung oder eine Kapitel-Übersicht für dein Schreibthema. Das kommt dir nicht wie Schreiben vor, und ist eine hilfreiche Basis für den späteren Text. Du "überlistest" dich sozusagen.

Unterbrichst du das Schreiben ständig, um zum Beispiel E-Mails zu lesen oder in Google zu recherchieren?

Nichts leichter einfach mal schnell rumgeklickt: Wenn ich mir bei einem Wort unsicher bin, google ich schnell mal die richtige Schreibweise. Und wenn meine Mailbox mir eine neue E-Mail ankündigt, klicke ich sie an, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und hole mich damit aus dem Schreibprozess, leider, leider. Wenigstens ist Facebook und Twitter bei mir nicht ständig geöffnet, sonst könnte ich gar nichts mehr schreiben. Tipps, um im Schreibfluss zu bleiben:

  • Auch hier kann das Schreiben auf Zeit eine Lösung sein. Du setzt dir die Bedingung, dass du mindestens 15 Minuten (oder 30 Minuten oder eine Stunde oder ... ) nur an deinem wichtigen Thema schreibst. Das Postfach ist in der Zeit nicht geöffnet. Du bist auch nirgendwo in sozialen Medien oder Communities eingeloggt. Dein Smartphone liegt an einem sicheren Ort (weit, weit weg).
  • Gegen Googeln hilft: Alle Infos, die du für deinen Text benötigst, schon vorher recherchieren und z.B. ausdrucken oder als PDF ablegen - oder wenigstens die Links speichern und zu den Favoriten hinzufügen.
  • Zur Not gilt die Devise, erst den Rohtext mit dem vorhandenen Wissensstand formulieren, bei fehlenden Kenntnissen ein Fragezeichen einbauen. In der Überarbeitungsphase dann die Lücken überprüfen und gegebenenfalls Daten ergänzen.
  • Oder auch: handschriftlich texten, einen Drei-Spalten-Text anlegen (siehe Anleitung unten) und die gedanklichen Ablenkungen als Nebentexte dazu notieren.

Korrigierst du beim Schreiben ständig die Formulierungen und hast eigentlich nie einen fertigen Text?

Ich halte das ja für völlig normal. Insbesondere bei Vielschreibern und Text-Profis. Jedesmal, wenn ich einen "fertigen" Text von mir lese, fallen mir neue Formulierungen ein. Das ist so, und ich kann es auch akzeptieren. Nur, wenn der Text noch gar nicht fertig ist, stört das ständige Umformulieren. Schließlich entwickelst du gerade eine Idee mit dem Schreiben, und damit auch eine Textstruktur. Hier hilft es, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass es je einen "fertigen" Text geben könnte. Weitere Tipps:

  • Phasen trennen: Du darfst überarbeiten, ganz klar. Das gehört zum Schreibprozess. Es hilft, wenn du das Überarbeiten als eine Phase für sich betrachtest. In den kreativen Phasen willst du vor allem mit dem Schreiben vorankommen. Den so entstandenen Text darfst du beim nächsten Mal mit frischem Blick lesen und leicht verbessern und weiterentwickeln, und immer weiterschreiben. Vor der Veröffentlichung oder Abgabe machst du eine Pause - und gehst dann das reine Korrektorat an.
  • Frist setzen: Wenn du für dich selbst schreibst, hast du alle Freiheiten der Welt. Der Text muss nie veröffentlicht werden. Du kannst unzählige Varianten ausprobieren. Ansonsten hilft es, sich selbst Fristen zu setzen. Dann muss der Blogbeitrag am Samstag fertig werden. Oder dem Kunden den ersten Entwurf in zwei Tagen oder in einer Woche liefern zu müssen. Oder du orientierst dich an Redaktionsterminen, Druckterminen oder Abgabeterminen an der Uni...  
  • Texte loslassen: In meiner Ausbildung als Redakteurin sagte ein Dozent einmal, dass wir lernen müssten, unsere Texte und Formulierungen loszulassen. Denn Autoren müssten schließlich damit leben, dass auch mal jemand Fremdes ihren Text lektoriert, redigiert, kürzt, bevor er veröffentlicht wird. Mir hilft dabei, zu überlegen, für wen ich schreibe. 

3-Spalten-Text: Gespräch mit der inneren Stimme

Ein praktisches Werkzeug im Umgang mit Schreibblockaden lernte ich in einem Seminar beim Institut für kreatives Schreiben, Berlin, kennen: Der Drei-Spalten-Text.

3-spalten

Unterteile das Schreibpapier in drei Spalten:

  • In die Mitte schreibe den eigentlichen Text.
  • In die Spalten links und rechts davon kommen Nebentexte. Rechts schreibst du die Nebentexte aus dem Gedankenfluss, spontane Einfälle wie "Milch und Butter einkaufen" oder "Du wolltest doch Inge noch anrufen" oder "mein Nacken schmerzt".
  • In die linke Spalte die Nebentexte des inneren Zensors, der deinen eigentlichen Text kommentiert wie z.B. "Was für ein Klischee!" oder "fällt dir kein besseres Wort ein?".

Der 3-Spalten-Text sorgt dafür, dass Gedanken nicht verloren gehen. So hast du das notiert, was dein Verstand für wichtig hält. Dein "Zensor" darf sich ebenfalls melden. Und gleichzeitig kommt der eigentliche Text voran. Praktische Sache!

Viel Erfolg wünscht Livia

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